Die Endress Motorgeräte GmbH
IT im grünen Bereich
In 22 Fachmärkten bietet die Endress Motorgeräte GmbH Garten-, Forstund Reinigungstechnik allererster Güte. Groß geworden ist das mittelständische Unternehmen aus Stuttgart-Wangen mit hochwertigen Produkten von Markenherstellern in Kombination mit einem erstklassigen Kundenservice. Mit der jüngsten Konsolidierung ihrer Server- und Speicherlandschaft durch das Systemhaus levigo hat Endress nun auch seine IT in den grünen Bereich gebracht.
Was Gartenbesitzern angesichts von wuchernden Hecken und sprießendem Rasen mitunter Sorge bereitet, freut die Endress Motorgeräte GmbH. Allein in den letzten vier Jahren ist der Fachhändler um fünf neue, große Standorte gewachsen. Im gleichen Zeitraum kam ein Drittel der heutigen Belegschaft dazu. Mittlerweile verkaufen rund 23 0 Mitarbeiter in 22 Filialen, vor allem in Süddeutschland, Rasenmäher, Aufsitztraktoren, Häcksler oder Kehrmaschinen. Unter den Kunden befinden sich Privatleute ebenso wie Kommunen, Garten- und Landschaftsbaubetriebe, Hausverwaltungen, Sportvereine und Golfclubbesitzer. Diese schätzen nicht nur die Markenprodukte von Endress, sondern auch den umfassenden Kundenservice, der unter anderem aus mobilen Servicefahrzeugen und qualifizierten Meisterwerkstätten besteht.
„Wir sind aus unserer IT im Laufe der Zeit einfach herausgewachsen,“ erklärt Dietmar Traidl, Leiter für IT und Organisation bei Endress. „Jeder Standort, der neu hinzukam, hatte sein eigenes System. Allein der administrative Aufwand für diese heterogene IT wurde einfach zu hoch.“ Vor allem auch um in Zukunft für weiteres Wachstum gerüstet zu sein, entschloss sich Endress nach Beratung durch das Systemhaus levigo systems GmbH, sein Server- und Speichersystem zu konsolidieren und dabei die komplette Hardware auszutauschen.
„Das Ziel des Projektes war es, die IT von Endress zu konsolidieren und konsequent zu zentralisieren, um künftig neue Standorte schnell und unkompliziert anbinden zu können“, formuliert Oliver Bausch, Geschäftsführer von levigo, die Aufgabe an seine Firma. levigo konzipierte eine Server-basierte Lösung unter Einsatz eines Blade-Centers von IBM mit fünf neuen IBM LS21 Blade-Servern, welches in der Zentrale in Stuttgart-Wangen positioniert wurde.„Zwei der insgesamt fünf physischen Blade-Server werden als Terminalserver betrieben. Zwei deshalb, damit wir die Lasten besser verteilen können. Außerdem nutzen wir weitere zwei Blades als redundante Fileserver und einen als Domain Controller“, erklärt Bausch. „Das Blade-Center bietet die Möglichkeit der einfachen Virtualisierung mit VMware. So gibt es noch einen weiteren, virtuellen Katalogserver auf Basis von Windows Server 2003.“ Eine zentrale Storageeinheit, ebenfalls von IBM, und ein neues Datensicherungskonzept runden die Konsolidierung ab.
Der Zugriff auf die zentrale Einheit erfolgt heute zu 90 Prozent über Thin Clients. An den insgesamt 130 Arbeitsplätzen von Endress stehen neben den schlanken Terminals auch noch einige ältere IBM Networkstations, die ebenfalls den Zentralrechner ansteuern. Softwareseitig hat sich Endress für Microsoft Windows Server 2003 und Citrix Presentation Server 4.0 in der Enterprise-Version entschieden.
Um die Daten, speziell die bei Endress häufig verwendeten Explosionszeichnungen, perfekt dreidimensional sichtbar zu machen, werden diese mittels Citrix Presentation Server zur Verfügung gestellt. „Mit Citrix lassen sich die Aussenstellen einfacher anbinden. Das verwendete ICA-Protokoll beschleunigt den Datenfluss und stellt den Usern alle benötigten Anwendungen in Echtzeit zur Verfügung,“ erklärt Oliver Bausch. „ Außer- dem erleichtert das Shadowing, also die Möglichkeit, den Bildschirm des Benutzers einzusehen, die Administration enorm.“
Rund ein Jahr wurde um die Blade-Center- Lösung gerungen. Und das obwohl Endress in seiner IT-Historie schon immer Server-basiert gearbeitet hat. Auch beim Einsatz von Thin Clients hatte Endress die Nase vorne. Traidl, der seit 13 Jahren die IT-Fäden des Fachhändlers in der Hand hält: „Wir waren in Deutschland eine der ersten Firmen, die auf Thin-Client-Lösungen setzten. Damals noch in einer dezentralen Struktur. Nach dem Ausstieg von IBM Anfang 2002 aus diesem Geschäftssegment standen wir, wie andere Kunden auch, ziemlich ratlos da.“ In diese Zeit fiel der erste Kontakt zum levigo Systemhaus und zu Oliver Bausch. Levigo hatte damals – genauso wie heute – den Bedarf seiner Kunden erkannt und eine Lösung dafür parat. Und das hatte Traidl überzeugt: „Die Thin Clients von levigo waren genauso flexibel und exakt einstellbar wie die von IBM. Und die einzigen mit original IBM-5250-Emulation.“
Trotz der insgesamt positiven Erfahrungen wurde die bisherige Strategie im Zuge des Konsolidierungsprojektes noch einmal gründlich überdacht. Ist ein zentral stationiertes Blade-Center wirklich sinnvoll oder doch eher ein System mit Einzelservern? Werden ThinClients auch in Zukunft die richtige Lösung sein? Wie setzen wir unsere Strategie, die IT so unkompliziert wie möglich für den Mitarbeiter zu gestalten, bestmöglich um? Die Antworten ergaben sich beim Betrachten der branchenspezifischen Anforderungen.
Endress handelt ausschließlich mit Produkten von Markenherstellern. Das hat Geschichte. 1948 gründete Hans Endress seine Firma als erste und alleinige Handelsvertretung des Motorsägenherstellers Stihl. Inzwischen wird das Familienunternehmen übrigens in der zweiten und dritten Generation geführt. Namhafte Marken wie John Deere, Viking, Kärcher oder Honda sind im Laufe der Zeit hinzugekommen. Heute besteht das Sortiment aus Produkten von rund 30 Herstellern. Mit zehn davon erwirtschaftet Endress den größten Teil seines Umsatzes. Jeder dieser Hersteller liefert Saison für Saison seine Kataloge und Ersatzteillisten auf CDs an den Handel. Und alle in einer anderen Version. Verkauf und Werkstatt greifen auf die Produktdaten sowie Explosionszeichnungen zurück. Pro Jahr sind es sage und schreibe rund 1,5 Millionen Datensätze, die bei Endress über die Bildschirme laufen. „Diese Datenmasse dezentral vorzuhalten und sie dazu noch jede Saison an unterschiedlichen Standorten zu aktualisieren, hätte einen ungleich höheren Aufwand für die künftige Administration bedeutet als die gewählte Blade-Center- Lösung“, erklärt Oliver Bausch. „Weil wir erkannt haben, dass es mitunter zu Problemen führen kann, wenn mehrere Mitarbeiter gleichzeitig auf dieselbe Anwendung zugreifen, haben wir zusätzlich zu den fünf physischen noch einen virtuellen Server per VMware eingerichtet.“
Ebenfalls eindeutig fiel auch die Entscheidung, den eingeschlagenen Thin-Client- Weg weiterzugehen, aus. Zwar sind die Anschaffungskosten für einen abgespeckten Klienten genau so hoch wie für einen „dicken“ PC. Aber ein Thin Client läuft im Schnitt zweieinhalb Zyklen länger. Da die Anwendungen bei den handlichen Endanwendergeräten auf dem zentralen Server liegen, erfolgt auch die Administration zentral. Das spart Zeit und Kilometerkosten. Nach Schätzung von Dietmar Traidl hat sich sein Verwaltungsaufwand im Vergleich zu früher um rund 40 Prozent reduziert. Ein weiterer Pluspunkt ist die kompakte Bauweise der Thin Clients. Sie lassen sich in die Möblierung der Verkaufstheken von Endress wesentlich besser integrieren als PCs, die zudem noch Lärm verursachen.
Vermutlich wird Dietmar Traidl in Zukunft ruhiger schlafen. Das Blade-Center ist jetzt an ein SAN (Storage Area Network) mit einer zentralen Storageeinheit angebunden. Damit wird der Speicherplatz dynamisch zugewiesen, und freie Kapazitäten da genutzt, wo sie gebraucht werden. Für die Sicherung der gesamten Daten sorgt eine IBM Tapelibrary auf Basis von LTO-Technologie.
Schmunzelnd blickt Traidl auf die Zeit der Installation zurück. Es war Anfang des Jahres 2007. Endress eröffnete den neuen Standort in Ulm, der Jahresabschluss musste fertig werden und ganz nebenbei wurde nahezu die gesamte IT grunderneuert. „Das war nur möglich, weil wir bereits sehr lange mit levigo arbeiten. Für das Aufstellen der Hardware waren lediglich punktuelle Inputs von meiner Seite notwendig, ansonsten agierten die levigo Mitarbeiter völlig selbständig.“
Heute hat Endress eine skalierbare, langfristige Lösung für mindestens sechs Jahre. Das Blade-Center kann jederzeit erweitert werden. Der Aufwand für die Administration hat sich deutlich reduziert. Traidl: „Unsere IT ist heute einfacher als früher, auch für die Anwender. Die Endress-Mitarbeiter sollen sich ja mit ihrem Job und einem guten Service für die Kunden beschäftigen, nicht mit der IT. Die Umstellung im laufenden Betrieb verlief absolut geräuschlos. Die meisten Mitarbeiter haben gar nichts mitbekommen.“
140.000 Euro hat Endress insgesamt für die Konsolidierung seiner Server- und Speichersysteme ausgegeben. Kein Pappenstiel für einen Mittelständler. Doch Traidl ist überzeugt, das richtige Ergebnis mit dem richtigen Dienstleister erzielt zu haben: „Wir hätten es alle zusammen nicht besser machen können.“ Der grüne Bereich kann also weiter wachsen.





